Turnierzeit – Checkliste für den gelungenen Auftritt

Es duftet nach Fliegenspray, Rasen, Pferd und Pommes. Popmusik schallt aus den Lautsprechern, unterbrochen von Pferdewiehern und Stadionansagen. Die Stiefel blitzen, die weißen Reithosen leuchten und stylische Helme und Jacketts ziehen die Blicke auf sich. Man sieht kunstvoll eingeflochtene Kracher durchs Viereck tanzen und athletische Springpferde über Oxer fliegen. Endlich wieder Turniersaison!

Ihr habt fleißig trainiert und seid bestens vorbereitet für euren Turnierstart? Wir haben euch die wichtigsten Tipps und Checklisten zusammengestellt, damit an eurem Turniertag alles glatt läuft.

 

Vor dem Turnier:

Melden nicht vergessen!!! Es ist bestimmt jedem schon einmal passiert, aber wirklich sehr ärgerlich, wenn man den Meldeschluss verpasst hat und dann keine Chance mehr hat teilzunehmen. Lest euch also die Zeiteinteilung genau durch und schaut, wann der Meldeschluss ist. Plant hier ein wenig Zeit ein, da die Telefonnummer meist überlastet ist. Oftmals geht das Melden inzwischen schon online oder via Whatsapp und endet regulär 90 Minuten vor Prüfungsbeginn. Achtung: Bei den ersten Prüfungen des Tages ist der Meldeschluss häufig bereits am Abend zuvor!

Informiert euch tags zuvor ebenfalls genau darüber, wie sich die Anfahrt zum Turnier gestaltet. Gibt es Umleitungen oder Brücken und Tunnel die mit einem Anhänger oder Transporter nicht passierbar sind? Muss man eine bestimmte Ausfahrt nehmen? Ist der Parkplatz an einer anderen Adresse? Für die Fahrt mit Hänger oder LKW solltet ihr außerdem mindestens 10 Minuten zusätzlich zur Navigationszeit einplanen!

Waschen und Putzen: für einen ordentlichen Auftritt lohnt es sich sein Pferd einmal gründlich zu Waschen. Weiße Abzeichen kommen noch schöner zur Geltung und das Pferd glänzt gepflegt. Hierzu eignen sich zum Beispiel die Shampoo Konzentrate von Wild Wash. Tipp für einen extra lockigen Schweif: noch in den feuchten Schweif den Leave in Conditioner oder den Oil Detangler von Knotty Horse einarbeiten und dann flechten. Am nächsten Tag vor dem Reiten den Schweif öffnen, einmal durchbürsten- fertig ist die Lockenpracht. Beide Produkte machen sich auch perfekt in der geflochtenen Mähne und schützen diese vor Haarbruch. Das Highlighting Coat Shine Treatment verleiht dem Pferd am Turniertag den letzten Glanz.

Das Sattelzeug sollte ebenfalls ein wenig aufbereitet werden. Hier empfehlen wir die natürliche und unglaublich duftende Pflege von Sterling Essentials. Wie das Lederzeug richtig gepflegt wird könnt ihr HIER nachlesen.

 

Abfahrt! Das richtige Zeit-Management:

Timing ist alles und gerade bei den ersten Turnierstarts solltet ihr extra viel Zeit einplanen. Auch wenn das Verladen beim Üben sonst immer gut klappt: nehmt euch am Tag X besonders viel Zeit dafür. Die Pferde spüren eure Aufregung und könnten sich dadurch verunsichern lassen und nichts stresst mehr, als das Gefühl zu knapp zur Prüfung zu kommen. Wenn gar nichts geht und euch die Zeit dahinschmilzt: Hakt dieses Turnier ab, verladet ganz in Ruhe, fahrt eine kleine Runde und geht danach entspannt Ausreiten. Starts auf den letzten Drücker bringen nichts als Stress für Reiter und Pferd und tragen nicht dazu bei vertrauensvolle und entspannte Ritte zu präsentieren, sodass der Stresspegel beim nächsten Mal womöglich noch höher ist.

Um den Transport für euch und euer Pferd stressfreier zu gestalten, können die natürlichen Lavendelöle von Annie Oakley helfen. Diese kann man ganz einfach im Hänger zerstäuben. Das natürliche Lavendelöl beruhigt und entspannt die Nerven.

Spätestens 90 Minuten vor dem Prüfungsbeginn vor Ort zu sein ist eine gute Faustregel. Man hat auch als einer der ersten Starter noch genügend Zeit sich ggf. einen Überblick über das Turniergelände zu verschaffen, sich und das Pferd vorzubereiten und auch noch einmal eine Pippi-Pause zu machen. Je nachdem wie weit der Hängerparkplatz vom Turniergelände entfernt ist, kann nämlich auch eine einfache Biopause in Stress ausarten…

Wie lange ihr Abreitet besprecht ihr vorab am besten mit eurem Trainer*in, aber auch hier brauchen die meisten Pferde bei den ersten Turnierstarts ein wenig mehr Zeit im Schritt um sich an die ungewohnte Atmosphäre zu gewöhnen. Längeres entspanntes Reiten im Schritt hilft oftmals mehr, als übertrieben forciertes Reiten in höheren Gangarten. Das Ziel sollte nicht sein, das Pferd “müde” zu reiten, sondern ihm die nötige Zeit zu geben sich zu akklimatisieren und Vertrauen in die neue Umgebung zu gewinnen.

 

Checkliste für´s Pferd:

  • Transportgamaschen
  • Longe
  • Futter und Futtereimer
  • Heunetz
  • Wasserkanister und Eimer
  • Schweißmesser und Schwamm
  • Ersatzhalfter und Strick
  • Handtuch
  • Putzkiste (Mähnengummis nicht vergessen)
  • Fliegenspray
  • Fliegendecke / Abschwitzdecke
  • Fliegenhaube
  • Trense
  • Sattel
  • Vorderzeug/Hilfszügel
  • (weiße) Schabracke 
  • Gamaschen und ggf. Glocken
  • Leckerli
  • !!! Kopfnummern / Startnummern !!!
  • !!! Equidenpass !!!

Denkt ganz unbedingt daran, den Equidenpass mitzunehmen. Erstens darf ohne diesen das Pferd eigentlich gar nicht transportiert werden und zweitens kann immer eine Passkontrolle am Turnier verlangt werden.

Checkliste für den Reiter:

  • Helm
  • (weiße) Handschuhe
  • weiße Reithose
  • (Glücks-) Socken
  • Turniershirt
  • Turnier Jackett
  • Plastron oder Krawatte
  • Haarnetz und Haarspangen
  • Sicherheitsweste
  • Stiefel (Chaps und Stiefeletten)
  • Sporen
  • Gerte
  • Lederpflege
  • Ersatzkleidung/Wechselkleidung
  • Aufgabenheft! (Dressur)
  • Trinken (Isotonisch oder Wasser)
  • Snack (Müsliriegel, Banane, Apfel, Traubenzucker, …)
  • Sonnenschutz

Denkt unbedingt daran euch etwas kleines zu Essen und zu Trinken einzupacken. Gerade wenn die Wege weit sind, ist es gut direkt etwas im Auto zu haben. Wer vor Aufregung nichts runter bekommt, sollte zumindest etwas trinken und ab und zu einen Traubenzucker naschen. Das Aufgabenheft kann noch einmal Sicherheit geben und die Zeit auf dem Weg zum Turnier oder vor dem Start genutzt werden, um alles noch einmal im Kopf “durchzureiten”.

 

Was ist, wenn ich etwas vergessen habe oder etwas ausgerechnet am Turnier kaputt geht?

Keine Panik! Auch das passiert einfach ab und zu, trotz Checkliste und Co. Das Meiste kann man sich tatsächlich borgen und oft gibt es auch Verkaufsstände an denen man Equipment kaufen kann. Ich selbst bin bereits in geliehenen Reitstiefeln, einem geliehenen Jackett und einer ausgeliehenen Schabracke geritten und habe mehrfach auf dem Turnier Startnummern gekauft… Wenn man frühzeitig da ist, findet sich für alles eine Lösung. Die meisten Mitreiter sind sehr hilfsbereit und verständnisvoll und man sollte selbst auch immer Hilfe anbieten, wenn es geht. Fairer Sport beinhaltet auch Fairness und Unterstützung unter den Reitern.

 

Der Abreiteplatz: Ruhig bleiben

Es ist soweit, ihr sitzt endlich auf dem Pferd und reitet warm.  Euer Helfer (allgemeinhin als TT = Turniertrottel bekannt) hat für euch etwas zu Trinken parat und die Start- und Ergebnistafel im Blick. Außerdem ist ein Handtuch, Fliegenspray und ggf. eine Tasche/Eimer (für die Gamaschen) nützlich. Mit dem Handtuch kann man noch einmal das Pferdemaul säubern, falls es auf dem Parkplatz doch ein wenig Gras erwischt hat und nun leuchtend grün schäumt (in der Dressur nicht so gern gesehen), oder über die Stiefel wischen wenn es sehr matschig ist. Wenn das Pferd viel schwitzt macht oft auch eine zweite “Lage” Fliegenspray sinn.

Auf dem Abreiteplatz gelten grundsätzlich die normalen Bahnregeln, allerdings ist es äußerst wichtig auf diese ausnahmsweise einmal nicht zu bestehen. Die anderen Reiter und Pferde sind auch angespannt und nervös und oftmals sind die Abreiteplätze so voll, dass man hauptsächlich damit beschäftigt ist Kollisionen zu vermeiden. Ärgert euch nicht über die Mitreiter und versucht trotz all der Aufregung ruhig und höflich zu bleiben. Solltet ihr versehentlich jemandem in den Weg reiten, entschuldigt euch freundlich und reitet weiter. Wenn ihr geschnitten werdet, bremst, lobt euer braves Pferd, atmet einmal tief durch und weiter geht´s. Das passiert jedem einmal und ärgern bringt nichts.

Werdet ihr dann zum Start aufgerufen gibt es vor allem in der Dressur noch eine wichtige Sache zu beachten: Vergesst nicht die Gamaschen abzunehmen vor der Prüfung! Wenn ihr mit Gamaschen einreitet seid ihr nämlich disqualifiziert! Beim Springen wichtig bezüglich der Gamaschen: So wie ihr auf den Abreiteplatz kommt, müsst ihr im Parcours reiten. Es ist nicht gestattet kurz vorher andere Gamaschen anzubringen.

Thema Hilfszügel: in den unteren Dressurklassen sind diese teilweise in der Prüfung noch erlaubt, teilweise nur auf dem Abreiteplatz. Lest die Ausschreibung genau durch und fragt bei Unsicherheiten beim Veranstalter oder dem Richter auf dem Abreiteplatz nach. Generelle Informationen zur Ausrüstung und was in welcher Klasse erlaubt ist, erhaltet ihr von eurem Trainer und in den Vorschriften der FN (LPO).

 

In der Prüfung: Bitte Lächeln!

Es geht los! Atmet noch ein paarmal tief durch und denkt daran: Ihr habt geübt und könnt das. Ziel ist es, mit einem guten Gefühl nach Hause zu fahren und eurem Pferd so viel Ruhe und Vertrauen zu vermitteln, wie möglich. Versucht alles so zu reiten, wie ihr es auch geübt habt. Wenn ihr auf einmal euer Konzept ändert am Turniertag wird das mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht gelingen.

Es ist doch ein dicker Patzer passiert? Abhaken und Weiterrreiten. Immer die nächste Lektion, oder der nächste Sprung sind wichtig. Analysieren könnt ihr nach dem Ritt noch zur Genüge.

Lächeln hilft! Es wirkt wunder direkt beim Einreiten noch einmal zu Lächeln und sich richtig darüber zu freuen, dass ihr hier seit und es mit eurem Pferd bis auf den Turnierplatz geschafft habt. Turnierreiten soll Spaß machen und bei all der Anspannung sollte die Freude doch überwiegen, egal wie es läuft.

 

Nach der Prüfung: Positive vibes

Ihr habt es geschafft! Der (erste) Ritt auf einem Turnier liegt hinter euch und das ist- ganz unabhängig vom Ergebnis- schon ein Grund zur Freude. Nun gilt es in erster Linie das Pferd gewissenhaft zu versorgen und gebührend zu loben. Euer Pferd weiß nicht ob eine Note gut oder schlecht war, oder dass eine gefallene Stange evtl. eine Platzierung verhindert hat. Für das Pferd war das ein Ausflug in eine komplett neue Umgebung mit unzähligen anderen fremden Pferden, lauter Musik und dann wurde noch eine Leistung abgefragt, die Konzentration erforderte.

Nun hat es sich wirklich etwas Entspannung und Lob verdient! Gerade an heißen Tagen macht es Sinn das Pferd vor der Heimfahrt abzuwaschen und ein wenig im Schatten ausruhen zu lassen. Auch ist es wichtig immer etwas Wasser zum Trinken anzubieten, vor allem bei längeren Reisen. Manche Pferde trinken schlecht auf dem Turnier. Hier kann ein Schluck Apfelsaft im Wasser helfen, oder ihr setzt ein sehr dünnflüssiges Mash an.  Ausreichend Raufutter ist ebenfalls sehr wichtig, da dies hilft das Wasser zu speichern. Zur Belohnung eine kleine Portion Futter oder Mash zu geben, lässt den Ausflug fürs Pferd noch positiver werden.

Auch das Abpflegen und die Heimfahrt sollten wieder mit viel Zeit und Ruhe geplant werden. Jeder positive Eindruck, den euer Pferd gewinnt, hilft für das nächste Turnier oder Training. Positive vibes sind also auch, oder vor allem nach einem nicht so gelungenen Auftritt sehr wichtig und legen den Grundstein für´s nächste Mal.

 

Fassen wir kurz das Wichtigste Zusammen: Zeit und eine gute Planung sind die halbe Miete! Nehmt euch am besten jemanden mit der/die bereits Erfahrung im Turniersport hat und euch unterstützen kann. Traut euch vor Ort nachzufragen, wenn ihr unsicher seid oder Hilfe braucht.

Und das Allerwichtigste: Habt Spaß mit eurem Pferd!