Urlaub mit Pferd – So wird er zum Traumurlaub

Urlaub mit dem eignen Pferd: was für eine tolle Vorstellung! Sofort denkt man an Ritte auf menschenleeren Stränden, entlang stiller Bergseen, in herrlicher Heidelandschaft oder duftenden Wäldern und Tälern. Zeit und Erholung gemeinsam mit dem vierbeinigen Freund genießen und dabei noch neue Orte erkunden – das klingt nach einem absoluten Traumurlaub und steht bei vielen von uns noch auf der “Wunschliste”. Wie dieser Traumurlaub gelingen kann, erfahrt ihr hier.

Die richtigen Voraussetzungen

Bevor man sich auf die Suche nach Reisezielen begibt, sollte man sich bewusst sein, was ein Urlaub mit Pferd bedeutet und ob man die richtigen Voraussetzung für dieses Abenteuer mitbringt.  Eine gewisse körperliche Fitness von Reiter und Pferd sollten gegeben sein, da ein längerer Transport und ein vorübergehender Stallwechsel auch anstrengend sind. Wer längere mehrstündige Ausritte geplant hat, sollte sein Pferd vorab dementsprechend trainieren. Auch die psychische Konstitution deines Pferdes spielt eine wichtige Rolle. Jede Veränderung kann auch Stress bedeuten und manche Pferde kommen mit neuen Situationen und langen Reisen schlecht zurecht. Beantworte dir also ehrlich die Frage, ob du deinem Pferd (und dir) damit einen Gefallen tut.

Sollte dein Pferd beim Verladen unsicher sein, empfiehlt sich vorab ein regelmäßiges Verladetraining. Auch der Organisatorische Aufwand ist nicht zu unterschätzen: Eine lange Reise mit deinen eigenen Sachen und dem Equipment fürs Pferd bedeutet viel Aufwand. Wenn du dir das zutraust und eventuell sogar mit einer Stallkolleg*in verreist, steht der Planung nichts im Wege. Aber Achtung: Manche Unterkünfte und Ziele müssen bereits ein Jahr im Voraus gebucht werden!

Das passende Reiseziel finden

Was möchtest du in deinem Urlaub machen? Ist es wirklich der Ritt am Strand, oder möchtest du in die Berge? Weinstraße oder Heide? Inn- oder Ausland? Oder soll es ein Urlaub mit Trainingscharakter werden? Oder beides? Es gibt tausende Möglichkeiten und alleine innerhalb Deutschlands kannst du unzählige tolle pferdefreundliche Orte Entdecken. Eine ausgiebige Recherche im Netz und der Vergleich mehrerer Anbieter ist dein erster Schritt in Richtung Urlaub.

Die Unterbringung

Wir Reiter sind ja meist eher anspruchslos was unsere eigene Unterbringung angeht. Nicht so beim Pferd! Das Wichtigste bei der Wahl eines passenden Ferienstalls ist, dass die Haltung möglichst wenig von der gewohnten abweicht. Notiere dir am Besten vor deiner Anfrage die wichtigsten Stichpunkte und frage gezielt nach, was umsetzbar ist. Die meisten Anbieter berechnen je nach Leistungen zwischen 15 und 35 Euro pro Tag.

Mögliche Fragen könnten lauten:

  • Wie oft und was wird gefüttert?
  • Muss ich eigenes Futter/Einstreu mitbringen?
  • Wie groß sind die Boxen?
  • Stehen Paddock und/oder Koppeln zur Verfügung?
  • Sind ein Reitplatz und eine Halle vorhanden?
  • Gibt es geführte Ausritte?
  • Gibt es die Möglichkeit Reitunterricht zu erhalten?
  • Welche Qualifikationen haben die Trainer?

Auch solltest du Sonderbedürfnisse deines Pferdes bereits im Voraus klären und schriftlich festhalten, was diese kosten.

Reisen ins Ausland

Sobald euch die Reise in eines unserer Nachbarländer oder weiter verschlägt, gelten besondere Bestimmungen für die Einreise . In jedem Fall zwingend notwendig ist ein amtstierärztliches Gesundheitszeugnis, welches nicht älter als 48 Stunden vor Reiseantritt sein darf. Hierfür musst du dich mit dem zuständigen Veterinäramt in Verbindung setzen, um einen Termin zu vereinbaren. Das Landratsamt, stellt meist auch die notwendigen Formulare online zur Verfügung. Manche Länder (Schweiz) verlangen außerdem zusätzliche Impfungen. Auch das Thema Zoll muss bei Reisen in Nicht-EU-Länder abgeklärt werden.

Der Transport

Je nachdem, wie weit dein Ziel entfernt liegt und wie erfahren ihr im Verreisen seid, gibt es verschiedene Transportmöglichkeiten.

Eigener Hänger und Zugfahrzeug

Wer einen eigenen Hänger besitzt und mit längeren Fahrzeiten keine Probleme hat, kann auf eigene Faust losfahren. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass Hänger und Zugfahrzeug in einwandfreiem Zustand sind und alles funktionstüchtig ist. Ein kurzer Check Up in deiner Werkstatt macht vor Reisebeginn Sinn und du kannst beruhigt abfahren. Ganz wichtig ist es, sich einen guten Überblick über die Strecke zu verschaffen und sowohl Tankstopps als auch regelmäßige Pausen einzuplanen. Alle 3-4 Stunden sollte eine Pause erfolgen, in der du dein Pferd tränkst und ggf. Heu nachfüllst. Auf ruhigen Parkplätzen mit wenig Verkehr kann man sein Pferd auch kurz abladen, etwas im Schritt führen und grasen lassen, bevor es wieder losgeht. Bei Fahrten länger als 6-8 Stunden ist es besser diese in zwei Etappen aufzuteilen und eine Übernachtung einzuplanen. An sehr heißen Tagen solltest du deinem Pferd alle zwei Stunden Wasser anbieten. WICHTIG: Ihr dürft euer Pferd nur mit Equidenpass transportieren!

Gemieteter Transporter

Gemietete Fahrzeuge, vor allem kleine Transporter für zwei bis drei Pferde, bieten mehr Platz und Komfort, was für weite Strecken und viel Equipment sinnvoll sein kann. Die Pferde stehen auf den Kleintransportern meist wesentlich besser und bequemer und steigen gut ein. Die Miete ist natürlich nicht ganz günstig, kann sich aber vor allem wenn man durch zwei teilt durchaus lohnen. Ein möglicher Nachteil wäre, dass man am Zielort kein Fahrzeug für kleinere Tagesausflüge hat.

Spedition oder Pferdetaxi

Speditionen und Pferdetaxis sind Profis, in Sachen Pferdetransport. Gerade für weite Strecken und Reisen ins Ausland kann eine Spedition die richtige Wahl sein. Sie kennen sich mit den jeweiligen Bestimmungen aus und übernehmen meist die Papierabwicklungen. Auch sind die LKWs klimatisiert und dein Pferd steht meist nicht alleine. Regelmäßige Stopps zum Tränken und Füttern gehören zum Service dazu. Oft werden die Fahrten über Nacht geplant, damit die Straßen frei sind. So kannst du deinem Pferd vorausreisen und es am nächsten Tag am Zielort in Empfang nehmen. Auch hier fallen natürlich einige Kosten an die sich bei weiten Strecken aber lohnen können, vor allem wenn  dadurch alle entspannt ans Ziel kommen.

Unvorhergesehenes einplanen

Für deinen Urlaub mit Pferd solltest du einen Plan B parat haben und dich vorab absichern, falls ihr den Urlaub doch nicht antreten könnt. Mit einem verletzen oder kranken Pferd, fällt der Urlaub leider ins Wasser. Kläre bei der Buchung ab, was im Fall der Fälle mit der Buchung geschieht und ob du ggf. sogar kostenfrei stornieren oder umbuchen könntest.

Natürlich kann es leider passieren, dass dein Pferd sich ausgerechnet im Urlaub verletzt. Auch für diesen Fall lässt sich sicherlich eine gute Lösung finden, wenn man alles transparent im Vorhinein bespricht. Für den Fall, dass im Ausland etwas passiert kannst du vor Reiseantritt recherchieren, sichereres Gefühl, ob vor Ort ein Tierarzt oder eine Klinik erreichbar sind und dir die Daten notieren. Man muss den Teufel nicht an die Wand malen, aber wir alle wissen ja, dass unsere Pferde sich gerne mal den schlechtesten Zeitpunkt aussuchen, um sich zu vertreten oder anzuschlagen. Also lieber einmal zu viel geplant, als dann unter Druck schlechte Entscheidungen treffen.

Marmeladenglasmomente Sammeln

Ihr seid angekommen! Dein Pferd fühlt sich wohl, das Wetter ist toll und der Urlaub kann beginnen! So eine gemeinsame Reise verbindet und ihr beiden werdet in dieser Zeit noch mehr zusammenwachsen. Jetzt könnt ihr dieses wunderbare Abenteuer gemeinsam genießen und Marmeladenglasmomente sammeln die euch für immer in Erinnerung bleiben.